Google AI Mode und KI-Übersichten: warum eure Website weniger Klicks bekommt und was jetzt noch Anfragen bringt

Seit Google in Deutschland selbst antwortet, verlieren Websites bis zu 60 Prozent ihrer Klicks auf Platz 1. Wir zeigen mit Zahlen von Sistrix, Ahrefs und Pew, wen es trifft, woran ihr es in der Search Console erkennt und welche fünf Hebel noch Anfragen bringen.

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SEO & Sichtbarkeit

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Dustin Tatarowicz

Dustin Tatarowicz

„Unsere Impressionen in der Search Console steigen, aber die Klicks gehen seit Monaten runter. Machen wir etwas falsch?" Diese Frage kam im Sommer gleich dreimal in einer Woche. Und nein, die drei Unternehmen haben nichts falsch gemacht. Sie erleben, was viele Websites in Deutschland gerade erleben: Google beantwortet rund ein Fünftel der Fragen selbst, direkt auf der Ergebnisseite. Wer das nicht versteht, optimiert monatelang an der falschen Stelle.

In diesem Beitrag sortieren wir, was seit März 2025 in der deutschen Google-Suche passiert ist, wie groß der Klickverlust laut Messungen wirklich ist, woran ihr ihn in eurer Search Console erkennt und welche Art von Sichtbarkeit noch Anfragen bringt. Mit Zahlen, nicht mit Bauchgefühl.

Was sich in der Google-Suche seit 2025 verändert hat

Zwei Dinge sind neu, und sie werden gern verwechselt. Die „Übersicht mit KI", international AI Overviews genannt, ist der KI-Absatz oben auf der normalen Ergebnisseite. In Deutschland gibt es ihn seit dem 26. März 2025, zunächst nur für angemeldete Nutzer ab 18 Jahren. Der „KI-Modus", international AI Mode, ist dagegen ein eigener Tab neben „Alle" und „Bilder", in dem man wie in einem Chat Fragen stellt und nachfragt. Er läuft in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit dem 8. Oktober 2025.

Seitdem hat Google die beiden zusammengeführt. Seit Januar 2026 laufen Rückfragen aus einer KI-Übersicht auf dem Smartphone direkt in den KI-Modus weiter, und auf der Entwicklerkonferenz I/O im Mai 2026 sprach Google nur noch von „einer nahtlosen KI-Suche". Der KI-Modus hat nach Googles Angaben inzwischen über eine Milliarde Nutzer im Monat, die Zahl der Anfragen dort verdoppelt sich laut Google jedes Quartal. Wichtig für die Einordnung: Der KI-Modus ist kein erzwungener Standard. Wer bei Google etwas eintippt, landet weiter auf der klassischen Ergebnisseite, nur eben oft mit einem KI-Absatz darüber.

Zeitleiste der Google-KI-Suche in Deutschland von März 2025 bis August 2026

Vom Start der KI-Übersicht bis zum neuen Search-Console-Bericht: die wichtigsten Daten auf einen Blick.

Wie viele Suchanfragen in Deutschland betroffen sind

Die verlässlichste Zahl für Deutschland kommt von Sistrix, dem Bonner SEO-Werkzeug, das im Februar 2026 rund 100 Millionen deutsche Suchbegriffe ausgewertet hat. Ergebnis: Bei etwa 20 Prozent der Suchbegriffe zeigt Google eine KI-Übersicht, und dieser Anteil ist seit Mai 2025 stabil. Bei Longtail-Suchen, also längeren und spezifischeren Fragen, sind es rund 30 Prozent. In 78,6 Prozent der Fälle steht die Übersicht über allen organischen Treffern.

Das deckt sich mit dem, was das Pew Research Center im Juli 2025 für die USA gemessen hat: Bei kurzen Suchen aus ein oder zwei Wörtern erscheint nur in 8 Prozent der Fälle eine KI-Zusammenfassung, bei Fragen mit zehn und mehr Wörtern in 53 Prozent. Je mehr eine Suchanfrage nach einer echten Frage klingt, desto eher antwortet Google selbst.

Wie stark die Klicks wirklich sinken

Hier lohnt sich ein Blick auf mehrere unabhängige Messungen, weil sie sich in der Größenordnung erstaunlich einig sind.

Sistrix, Deutschland, Februar 2026: Erscheint eine KI-Übersicht, fällt die Klickrate des ersten organischen Treffers von 27 Prozent auf 11 Prozent. Die Plätze dahinter verlieren 25 bis 30 Prozent. Nur noch 33 Prozent der Suchen mit KI-Übersicht führen überhaupt zu einem Klick, im Durchschnitt aller Suchen sind es 57 Prozent. Hochgerechnet verlieren deutsche Websites rund 265 Millionen organische Klicks pro Monat, das sind 6,6 Prozent aller Klicks über die ausgewerteten Suchbegriffe.

Ahrefs, Februar 2026: Über 300.000 Suchbegriffe hinweg lag die Klickrate auf Platz 1 im Dezember 2023 bei 7,3 Prozent, im Dezember 2025 bei 1,6 Prozent. In der Auswertung Position für Position verliert Platz 1 bei Suchen mit KI-Übersicht 58 Prozent, Platz 2 knapp 51 Prozent, Platz 10 noch 19 Prozent.

Balkendiagramm: Klickverlust je Suchposition bei Suchen mit KI-Übersicht laut Ahrefs, Platz 1 minus 58 Prozent

Je weiter oben eine Seite steht, desto mehr verliert sie, wenn Google darüber selbst antwortet.

Seer Interactive, November 2025, 42 Kundenkonten: Bei informationsorientierten Suchanfragen mit KI-Übersicht sank die organische Klickrate seit Mitte 2024 von 1,76 auf 0,61 Prozent, also um 61 Prozent. Bezahlte Anzeigen verloren sogar 68 Prozent. Bemerkenswert: Selbst Anfragen ohne KI-Übersicht verloren 41 Prozent. Unsere Lesart: Ein Teil der Recherche findet inzwischen vorher statt, in ChatGPT, Perplexity oder auf Social Media.

Pew Research, USA, Juli 2025: Zeigt Google eine KI-Zusammenfassung, klicken Nutzer nur in 8 Prozent der Besuche auf ein klassisches Ergebnis, sonst in 15 Prozent. Auf einen Link innerhalb der Zusammenfassung klickt gerade einmal 1 Prozent.

Google selbst widerspricht dieser Lesart. Liz Reid, Chefin der Google-Suche, schrieb im August 2025, die organischen Klicks seien „relativ stabil" und die Qualität der Klicks steige, weil Nutzer seltener sofort zurückspringen. Belegt hat Google das bislang mit keiner überprüfbaren Klickraten-Zahl, nur mit dem Hinweis auf „Milliarden Klicks pro Woche" aus KI-Funktionen. Wir halten uns deshalb an die Messungen.

Wen es trifft und wen kaum

Der Durchschnitt von 6,6 Prozent verschleiert, wie ungleich der Verlust verteilt ist. Die Sistrix-Daten zeigen ein klares Muster: Gesundheitsportale verlieren 24 Prozent ihrer Klicks, spezialisierte Medizinseiten bis zu 30 Prozent, Ratgeber zu Familie, Haus und Garten über 20 Prozent, Nachrichtenseiten gut 7 Prozent. Der größte absolute Verlierer ist Wikipedia mit 31,6 Millionen Klicks weniger pro Monat, gefolgt von DocCheck, AOK, ADAC und Pons.

Auf der anderen Seite stehen Shops, Buchungsportale und Preisvergleiche: Amazon verliert 1,7 Prozent, Booking 0,5 Prozent, Wetter- und Vergleichsseiten unter 1 Prozent. Sistrix bringt es auf einen Satz: Je spezifischer die Fragen, die eine Seite beantwortet, desto eher liefert Google die Antwort jetzt selbst. Wer etwas verkauft, vermittelt oder bucht, ist deutlich weniger betroffen als wer erklärt.

Balkendiagramm: Klickverlust nach Branche in Deutschland laut Sistrix, Gesundheitsportale minus 24 Prozent, Amazon minus 1,7 Prozent

Der Klickverlust ist ungleich verteilt: Ratgeber und Gesundheitsportale verlieren, Shops und Buchungsportale kaum.

Für Unternehmenswebsites heißt das konkret: Die Ratgeberseite „Was kostet eine Photovoltaikanlage 2026?" verliert Klicks, die Leistungsseite „Photovoltaik in Köln, Angebot in 48 Stunden" kaum. Eine Untersuchung von Amsive über 700.000 Suchbegriffe ergänzt einen zweiten Punkt: Bei Suchen, die euren Markennamen enthalten, stieg die Klickrate trotz KI-Übersicht um knapp 19 Prozent, bei allen anderen sank sie um 20 Prozent. Nur knapp 5 Prozent der Markensuchen lösen überhaupt eine KI-Übersicht aus.

Woran ihr den Effekt in eurer Search Console erkennt

Der typische Fingerabdruck einer KI-Übersicht sieht so aus: Die Impressionen bleiben gleich oder steigen sogar, die Klicks sinken, die Klickrate fällt. Das liegt an der Art, wie Google zählt. Eine KI-Übersicht belegt in der Search Console eine einzige Position, und alle darin verlinkten Seiten bekommen diese Position zugeschrieben, auch wenn sie nur als kleine Quellenkachel auftauchen. Eure Seite „steht" also weiter auf Platz 2, sammelt Impressionen, wird aber seltener geklickt.

Schematischer Verlauf in der Search Console: Impressionen bleiben stabil oder steigen, Klicks sinken über 16 Monate

Das typische Muster einer KI-Übersicht in der Search Console: Impressionen halten, Klicks brechen weg.

Seit Juni 2025 zählt Google auch Klicks und Impressionen aus dem KI-Modus in den normalen Leistungsbericht unter „Web", ohne eigenen Filter. Jede Rückfrage im KI-Modus gilt als neue Suchanfrage, was die Impressionen zusätzlich aufbläht.

Seit dem 31. August 2026 gibt es weltweit einen neuen Bericht „Leistung in generativer KI". Er zeigt, welche eurer Seiten in KI-Übersichten und im KI-Modus erschienen sind, nach Seite, Land, Datum und Gerät. Was er nicht zeigt: Klicks, Suchanfragen, Klickrate oder Position. Websites mit wenigen KI-Impressionen sehen den Bericht gar nicht. Er taugt also, um zu erkennen, ob ihr überhaupt in den KI-Antworten vorkommt, nicht, um den Traffic daraus zu beziffern.

Unser Vorgehen bei Kunden: Leistungsbericht auf 16 Monate stellen, nach Suchanfragen sortieren, für die zehn wichtigsten Anfragen Impressionen und Klicks vergleichen. Wo die Impressionen halten und die Klicks brechen, prüfen wir die Suche selbst: Steht dort eine KI-Übersicht, und werden wir darin zitiert? Meist sind das nur eine Handvoll Seiten, und genau um die geht es.

Zitiert werden ist nicht dasselbe wie ranken

Bis Mitte 2025 stammten rund drei Viertel der Zitate in KI-Übersichten aus den Top 10. Das ist vorbei. Ahrefs hat im März 2026 über 863.000 Ergebnisseiten ausgewertet: Nur noch 37,9 Prozent der zitierten Quellen stammen aus den Top 10, im Juli 2025 waren es noch rund 76 Prozent. Knapp ein Drittel kommt von den Plätzen 11 bis 100, ein weiteres knappes Drittel von Seiten jenseits von Platz 100.

Der Grund ist die Technik dahinter, die Google „Query Fan-out" nennt: Eine Frage wird in mehrere Teilfragen zerlegt, für jede sucht Google eigene Quellen und setzt daraus die Antwort zusammen. Wer die Teilfragen beantwortet, wird zitiert, egal ob er für die Hauptfrage auf Platz 3 oder 40 steht.

Und zitiert werden lohnt sich messbar. Seer Interactive hat verglichen: Seiten, die in der KI-Übersicht als Quelle auftauchen, halten eine um 35 Prozent höhere organische Klickrate als Seiten, die daneben stehen und nicht zitiert werden. Es ist kein Ersatz für die alten Klickzahlen, aber der Unterschied zwischen sichtbar und unsichtbar.

Was Google selbst für die KI-Suche empfiehlt

Google hat im Juli 2026 seinen offiziellen Leitfaden zur Optimierung für KI-Funktionen aktualisiert, und er ist erfrischend unspektakulär. Wörtlich heißt es dort, man brauche keine neuen maschinenlesbaren Dateien, keine „AI-Textdateien", kein besonderes Markup und kein Markdown. Wer euch eine llms.txt verkaufen will, verkauft euch etwas, das Google nach eigener Aussage nicht braucht.

Stattdessen nennt der Leitfaden drei Dinge: Inhalte, die keine „Commodity" sind, also nicht austauschbar mit dem, was zwanzig andere Seiten auch schreiben. Eine saubere technische Struktur, die Google vollständig lesen kann. Und aktuelle, vollständige Angaben zum lokalen Unternehmen und zu Produkten. Das ist keine neue Disziplin, das ist SEO, nur mit höherem Anspruch an den Inhalt.

Was jetzt tatsächlich Anfragen bringt

Aus den Daten und aus unseren Projekten der letzten zwölf Monate ergeben sich fünf Hebel, die wir in dieser Reihenfolge angehen.

1. Leistungsseiten vor Ratgeberseiten. Transaktionale und lokale Suchen verlieren kaum Klicks, generische Erklärseiten verlieren am meisten. Prüft, ob eure Leistungsseiten die Fragen beantworten, die ein Kaufinteressent stellt: Preis oder Preisrahmen, Ablauf, Dauer, Region, Referenzen. Eine Leistungsseite, die nur „Wir sind Ihr Partner für" sagt, wird weder zitiert noch geklickt.

2. Erste Hand statt Zusammenfassung. Was eine KI aus fünf anderen Seiten zusammenfassen kann, wird sie zusammenfassen. Was sie nicht zusammenfassen kann: eure Preise, eure Projektfotos, euren konkreten Ablauf, eure Erfahrung aus 200 Baustellen. Genau das ist Googles „Non-Commodity-Content", und genau das zieht Klicks, weil die Zusammenfassung dann unvollständig bleibt.

3. Teilfragen auf einer Seite beantworten. Weil Google Fragen zerlegt, gewinnt die Seite, die neben der Hauptfrage auch die Nebenfragen beantwortet: Was kostet es, wie lange dauert es, was brauche ich dafür, was passiert danach. Klare Zwischenüberschriften, kurze direkte Antworten unter jeder Überschrift, dann die Tiefe.

4. Marke außerhalb der eigenen Website. Ahrefs hat 75.000 Marken untersucht und gemessen, was mit KI-Sichtbarkeit zusammenhängt. Erwähnungen des Markennamens auf anderen Websites korrelieren mit 0,66 am stärksten, Backlinks nur mit 0,22. Fachmedien, Branchenverzeichnisse, Verbände, Kundenstimmen auf Bewertungsportalen und kurze YouTube-Videos zahlen darauf ein. YouTube ist inzwischen die meistzitierte Domain in KI-Übersichten.

5. Google-Unternehmensprofil pflegen. Für lokale Suchen bleibt die Kartenbox mit drei Betrieben laut BrightLocal auf über 90 Prozent der Anfragen sichtbar, und das Unternehmensprofil ist nach derselben Auswertung eine der wichtigsten Quellen für Googles KI bei lokalen Fragen. Leistungen, Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen und Antworten müssen vollständig sein und zur Website passen. Wie das im Detail geht, steht in unserem Beitrag zum Google-Unternehmensprofil für Handwerksbetriebe.

Was ihr euch sparen könnt

Drei Dinge, die uns in Angeboten anderer Agenturen regelmäßig begegnen und die nach heutigem Stand nichts bringen: eine llms.txt, spezielles „KI-Markup" jenseits der normalen strukturierten Daten und das Zerhacken von Texten in kurze „KI-Häppchen". Bei Dateien und Markup sagt Google ausdrücklich, dass sie nicht nötig sind, und für das Zerhacken gibt es keinen Beleg. Ebenso wenig bringt es, die Ratgeberseite noch länger zu machen, in der Hoffnung, die Zusammenfassung zu überflügeln. Die Zusammenfassung gewinnt bei generischen Fragen fast immer.

Wie ihr den Erfolg misst, wenn Klicks nicht mehr die ganze Wahrheit sind

Wenn ein Teil eurer Sichtbarkeit in KI-Antworten stattfindet, in denen niemand klickt, braucht ihr andere Messgrößen. Wir schauen bei Kunden auf drei: erstens Anfragen und Anrufe pro Monat, nicht Sitzungen. Zweitens Markensuchen in der Search Console, weil sie zeigen, ob Menschen euch nach einer KI-Antwort gezielt suchen. Drittens die Zitatliste im neuen KI-Bericht, also ob und mit welchen Seiten ihr in Übersichten und im KI-Modus auftaucht. Wer nur die Besucherkurve beobachtet, sieht einen Rückgang und übersieht, dass die Anfragen stabil bleiben können.

Fazit: weniger Klicks, aber nicht weniger Kunden, wenn die Seite das Richtige tut

Der Klickverlust durch KI-Übersichten ist real und gemessen: rund 20 Prozent der deutschen Suchen, 265 Millionen Klicks weniger pro Monat, bis zu 60 Prozent weniger auf Platz 1. Er trifft aber vor allem Seiten, die allgemeine Fragen beantworten. Wer verkauft, bucht, vor Ort arbeitet und das auf seiner Website konkret zeigt, verliert wenig und kann in den KI-Antworten sogar dazugewinnen. Die Arbeit verschiebt sich von „mehr Text für Google" zu „mehr Substanz für Menschen", und das ist eine gute Nachricht.

Wollt ihr wissen, wo eure Website in den KI-Antworten steht?

Wir werten eure Search Console einmal auf den KI-Effekt aus, zeigen euch, welche Seiten Klicks verlieren und welche zitiert werden, und sagen euch, welche zwei oder drei Änderungen am meisten bringen. Schreibt uns kurz über das Kontaktformular. Wir antworten innerhalb von 24 Stunden, persönlich und ohne Vertriebsgespräch.