Lastenheft.
Ein Lastenheft beschreibt aus Sicht des Auftraggebers, was ein Projekt leisten muss, zum Beispiel eine neue Website, und ist die Grundlage für vergleichbare Angebote.
Ein Lastenheft ist die Liste deiner Anforderungen, bevor du Angebote einholst. Nach der Projektmanagement-Norm DIN 69901-5 legt darin der Auftraggeber sinngemäß die Gesamtheit seiner Forderungen an die Leistungen eines Auftragnehmers fest. Bei einer Website heißt das: Was soll sie können, für wen, bis wann und mit welchem Budget. Für dich als Betrieb zählt das, weil du ohne Lastenheft Angebote vergleichst, die nicht dasselbe enthalten.
So funktioniert ein Lastenheft
Das Lastenheft sagt was, das Pflichtenheft sagt wie. Du schreibst auf, was gebraucht wird, die Agentur beschreibt danach im Pflichtenheft ihre Lösung. Das V-Modell XT des Bundes empfiehlt, im Lastenheft im Allgemeinen keine technischen Lösungen vorzugeben, damit die beste Lösung gefunden werden kann.
Für eine Website gehören typischerweise hinein: Ist-Stand mit Zahlen, Ziele mit Messgröße, Zielgruppen, Seitentypen und wer Inhalte liefert, Funktionen mit Priorität, Anforderungen an Ladezeit, Barrierefreiheit und Datenschutz, bei einem Relaunch die Weiterleitungen sowie Budget und Zeitplan. Eine fertige Gliederung findest du in unserer Lastenheft-Vorlage für Websites.
Worauf du als Betrieb achten solltest
Formuliere jedes Ziel so, dass man es prüfen kann. „Modern“ ist kein Ziel, „Datenblatt mit höchstens zwei Klicks von der Startseite“ schon. Gute Kennzahlen für die Ladezeit sind die Core Web Vitals.
Gib jeder Anforderung eine Priorität und ein Abnahmekriterium. Bewährt hat sich die Einteilung in Muss, Soll, Kann und Diesmal nicht. So siehst du bei der Abnahme, ob geliefert wurde, was vereinbart war.
Schreib auf, wer Texte, Bilder und Übersetzungen liefert. Ohne diese Angabe bleibt offen, wer liefert, und daran hängen Termine.
Nimm das Lastenheft im Vertrag ausdrücklich in Bezug. Nach § 633 BGB zählt bei einem Werk zuerst die vereinbarte Beschaffenheit. Eine Regel, nach der ein Lastenheft automatisch Vertragsbestandteil wird, gibt es nicht. Das ist keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen zum Lastenheft
Wer schreibt das Lastenheft? Der Auftraggeber, also du. Eine Agentur kann dabei helfen, die Ziele und den Ist-Stand solltest du aber selbst liefern.
Wie lang ist ein Lastenheft für eine Website? In sechs öffentlichen Website-Lastenheften, die wir ausgewertet haben, umfasst der Leistungsteil zwei bis vierzehn Seiten. Wichtiger als die Länge ist, dass jede Anforderung prüfbar ist.
Was ist ein anderes Wort für Lastenheft? Gebräuchlich sind Anforderungskatalog, Anforderungsspezifikation oder Kundenspezifikation, auf Englisch Customer Requirements Specification.
Eine Vorlage, ein ausgefülltes Beispiel und sechs echte Lastenhefte öffentlicher Stellen im Vergleich findest du in unserem Ratgeber Lastenheft für die Website.
Verwandte Begriffe
Du planst einen Relaunch? Wir prüfen dein Lastenheft und machen jede Anforderung messbar.
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