Pflichtenheft.

Kurz erklärt

Ein Pflichtenheft beschreibt aus Sicht des Auftragnehmers, wie er die Anforderungen aus dem Lastenheft umsetzt, also mit welcher Lösung, welcher Technik und in welchen Schritten.

Stand 26. Oktober 2026 · Dustin Tatarowicz, marschfahrt

Ein Pflichtenheft ist die Antwort der Agentur auf dein Lastenheft. Nach der Projektmanagement-Norm DIN 69901-5 sind das sinngemäß die vom Auftragnehmer erarbeiteten Realisierungsvorgaben auf Grundlage des Lastenhefts. Bei einer Website steht darin zum Beispiel, mit welchem CMS gearbeitet wird, wie Formulare an dein CRM angebunden werden und wie die Weiterleitungen beim Relaunch umgesetzt werden. Für dich zählt es, weil du vor der Umsetzung siehst, wie die Agentur deine Anforderungen verstanden hat.

So funktioniert ein Pflichtenheft

Ohne Lastenheft gibt es kein sinnvolles Pflichtenheft. Das Pflichtenheft nimmt jede Anforderung auf und ergänzt die Lösung. Aus „Anfragen landen mit Produkt im CRM“ wird etwa ein Formular mit verstecktem Produktfeld und eine Übergabe per Schnittstelle mit Feldzuordnung.

Es entsteht meist nach dem Auftrag, oft in Workshops mit deinen Fachleuten. Ein Lastenheft aus Mecklenburg-Vorpommern für einen Website-Relaunch von 2019 sieht zum Beispiel vor, dass der Auftragnehmer innerhalb von zehn Wochen nach Auftrag ein Konzept in Form eines Pflichtenhefts erarbeitet, das der Auftraggeber genehmigen muss.

Worauf du als Betrieb achten solltest

Prüf das Pflichtenheft Anforderung für Anforderung gegen dein Lastenheft. Fehlt etwas oder ist es anders gelöst, ist jetzt der günstigste Zeitpunkt für eine Klärung, noch bevor gestaltet oder programmiert wird. Ein Wireframe hilft, Struktur und Funktionen sichtbar zu machen.

Plane Zeit und Budget für das Pflichtenheft ein. Ein gutes Pflichtenheft braucht Gespräche mit Vertrieb, IT und Redaktion. Frag nach, wo es im Angebot steht.

Achte auf die Begriffe in Verträgen. Juristen sagen oft „Pflichtenheft“ und meinen damit die Anforderungen des Kunden, also das Lastenheft im Sinne der Norm. Kläre deshalb, welches Dokument mit welchem Namen gemeint ist.

Gib das Pflichtenheft schriftlich frei, mit Datum und Version. Dann ist klar, auf welcher Grundlage die Umsetzung startet. Das ist keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen zum Pflichtenheft

Wer schreibt das Pflichtenheft? Der Auftragnehmer, also die Agentur oder der Entwickler. Du prüfst und gibst es frei.

Was ist der Unterschied zum Lastenheft? Das Lastenheft beschreibt, was gebraucht wird, das Pflichtenheft, wie es umgesetzt wird. Das eine kommt vom Auftraggeber, das andere vom Auftragnehmer.

Braucht man bei agilen Projekten ein Pflichtenheft? Oft nicht in klassischer Form. Die Lösung wird dann Schritt für Schritt im Backlog beschrieben. Ziele, Rahmen und die wichtigsten Anforderungen sollten trotzdem vorab feststehen.

Wie Lastenheft und Pflichtenheft bei einem Website-Projekt zusammenspielen, mit Vorlage und Beispiel, zeigt unser Ratgeber Lastenheft für die Website.

Du holst Angebote für eine Website ein? Wir zeigen dir vorher, wie wir jede Anforderung umsetzen.

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