Wie kommt mein Unternehmen in die Antworten von ChatGPT und Google AI?
KI-Systeme beantworten Suchanfragen zunehmend selbst. Was wirklich hilft, dort genannt zu werden, und was überteuerte Beratung ist. Aus 19 Jahren Praxis.
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Die Frage, die uns gerade am häufigsten gestellt wird
„Wir werden bei Google gefunden, aber wenn ich ChatGPT nach Anbietern in unserer Branche frage, tauchen wir nicht auf. Was machen wir falsch?"
Diese Frage kam vor einem Jahr fast nie. Inzwischen kommt sie in fast jedem Erstgespräch. Der Grund ist einfach: Ein wachsender Teil der Recherche endet nicht mehr auf einer Ergebnisliste, sondern in einer fertigen Antwort. Wer dort nicht vorkommt, existiert für diesen Menschen nicht, egal auf welchem Platz er bei Google steht.
Die gute Nachricht: Die Mechanik dahinter ist weniger geheimnisvoll, als sie wirkt. Und ein großer Teil dessen, was hilft, ist ohnehin gute Arbeit.
Wie diese Systeme überhaupt zu ihren Antworten kommen
Es gibt zwei Wege, über die ein Unternehmen in einer KI-Antwort landen kann, und sie funktionieren völlig unterschiedlich.
Der erste Weg ist die Live-Suche. Die meisten Systeme mit aktuellem Wissen, ChatGPT mit Suchfunktion, Perplexity, Google mit KI-Übersichten, schlagen im Moment der Frage nach. Sie holen sich eine Handvoll Quellen, lesen sie und formulieren daraus eine Antwort. Hier gilt: Wer nicht in den Suchergebnissen ist, kann nicht zitiert werden. Klassisches SEO ist also nicht abgelöst, sondern Voraussetzung.
Der zweite Weg ist das Trainingswissen. Was ein Modell allgemein „weiß", stammt aus Texten, die beim Training gelesen wurden. Dorthin kommt man nicht über die eigene Website, sondern darüber, dass andere über einen schreiben. Fachpresse, Branchenverzeichnisse, Interviews, Foren.
Für die meisten Mittelständler ist der erste Weg der realistische. Der zweite ist eine Frage von Jahren, nicht von Wochen.
Prüft zuerst, ob ihr überhaupt gelesen werden dürft
Der häufigste vermeidbare Fehler liegt in einer Datei, die die meisten nie angeschaut haben: der robots.txt.
Viele Agenturen und Hosting-Anbieter haben in den letzten zwei Jahren reflexhaft die Zugriffe von KI-Systemen gesperrt, teils aus Sorge um Inhalte, teils weil es irgendwo empfohlen wurde. Betroffen sind Einträge wie GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot, Google-Extended oder CCBot.
Wer diese sperrt, ist in den entsprechenden Antworten nicht auffindbar. Das ist eine legitime Entscheidung für einen Verlag, der seine Inhalte verkauft. Für ein Unternehmen, das gefunden werden will, ist es ein Eigentor.
Ruft eurefirma.de/robots.txt im Browser auf. Wenn dort ein Disallow: / unter einem dieser Namen steht, wisst ihr, woran es liegt.
Was diese Systeme in einem Text suchen
Ein Sprachmodell, das eine Antwort zusammensetzt, braucht Sätze, die es übernehmen kann. Das ändert, welche Art von Text nützlich ist.
Überprüfbare Fakten statt Eigenschaftswörter. „Wir sind zuverlässig" ist nicht zitierfähig. „Wir übernehmen Projekte ab 5.000 Euro und liefern in der Regel in acht Wochen" ist es.
Antworten direkt unter der Frage. Wenn eine Zwischenüberschrift eine echte Frage stellt und die ersten zwei, drei Sätze darunter sie vollständig beantworten, lässt sich dieser Absatz herauslösen. Genau das passiert.
Eindeutige Begriffe. Wer sich mal „Digitalagentur", mal „Studio", mal „Kreativpartner" nennt, macht es schwer, ein klares Bild der Firma zu bilden. Konsistenz schlägt Abwechslung.
Eigene Position statt Allgemeinplätze. Texte, die überall stehen könnten, werden nirgends zitiert. Ein klarer Standpunkt, auch ein unbequemer, ist ein Grund, ausgerechnet euch zu nennen.
Strukturierte Daten: der unterschätzte Teil
Strukturierte Daten sind maschinenlesbare Zusatzangaben im Quelltext einer Seite. Sie sagen einer Maschine ausdrücklich, was sie sonst erraten müsste: dass ihr ein Unternehmen mit dieser Adresse und dieser Telefonnummer seid, dass diese Seite eine Leistung mit diesem Preis beschreibt, dass dieser Abschnitt eine Frage und ihre Antwort ist.
Für klassische Suchmaschinen bringt das seit Jahren Vorteile bei der Darstellung. Für KI-Systeme ist es aus einem anderen Grund wertvoll: Es reduziert Mehrdeutigkeit. Ein System, das zwischen zwei Firmen ähnlichen Namens unterscheiden muss, entscheidet sich eher für die, deren Angaben eindeutig ausgezeichnet sind.
Praktisch heißt das: eine Auszeichnung des Unternehmens selbst, eine je Leistung, eine für die häufigen Fragen. Das ist einmalige Arbeit und danach Pflege.
Was außerhalb eurer Website passiert, zählt mehr als gedacht
Hier liegt der unbequeme Teil. Wenn ein System gefragt wird, wer in einer Region eine bestimmte Leistung anbietet, zieht es selten nur Anbieterseiten heran. Es liest Branchenverzeichnisse, Bewertungsportale, Vergleichsartikel, regionale Presse.
Daraus folgt eine Aufgabe, die mit Webdesign nichts zu tun hat:
Auftauchen, wo eure Branche gelistet wird, Verbände, Innungen, Fachverzeichnisse.
Google-Unternehmensprofil vollständig und mit echten Bewertungen.
Überall dieselben Angaben. Firmenname, Adresse und Telefonnummer müssen identisch sein, nicht ungefähr gleich. Abweichungen erzeugen Zweifel, und Zweifel führen dazu, dass ein anderer genannt wird.
Wie ihr messt, ob sich etwas tut
Es gibt für diese Systeme keine Rangliste und kein Werkzeug, das euch eine Position anzeigt. Was funktioniert, ist unspektakulär: Legt fünf bis zehn Fragen fest, die eure Kunden tatsächlich stellen würden. Stellt sie einmal im Monat in zwei oder drei Systemen und notiert, ob ihr genannt werdet und in welchem Zusammenhang.
Das ist keine saubere Messung, die Antworten schwanken. Aber über mehrere Monate erkennt ihr eine Richtung, und das reicht, um zu entscheiden, ob sich der Aufwand lohnt.
Zusätzlich lohnt ein Blick in die Serverstatistik: Ob KI-Bots eure Seite überhaupt abrufen, steht dort schwarz auf weiß.
Was wir für übertrieben halten
Rund um dieses Thema ist eine Beratungsindustrie entstanden, und ein Teil davon verkauft Unsicherheit.
Wir halten wenig davon, Texte für Maschinen umzuschreiben, bis sie sich für Menschen seltsam lesen. Wir halten auch wenig von Versprechen, ein Unternehmen „in ChatGPT zu platzieren", dafür gibt es keinen Schalter, und wer etwas anderes behauptet, verkauft euch Zufall als Leistung.
Was tatsächlich wirkt, ist die langweilige Liste: auffindbar sein, Zugriff erlauben, klar und überprüfbar schreiben, sauber auszeichnen, außerhalb der eigenen Seite vorkommen. Das ist dieselbe Arbeit, die auch eine gute Website ausmacht, sie zahlt jetzt nur an zwei Stellen ein.
Fazit
KI-Suche ist kein zweiter Kanal, für den man alles neu macht. Sie ist eine zweite Auswertung derselben Substanz. Wer klar sagt, was er für wen macht, das mit Zahlen belegt und maschinenlesbar auszeichnet, wird in beiden Welten gefunden.
Wer dagegen mit Adjektiven arbeitet, hat schon bei Google Mühe, und in einer zusammengefassten Antwort keine Chance, weil es nichts zu zitieren gibt.
Wollt ihr wissen, wie eure Seite dasteht?
Wir schauen uns an, ob KI-Systeme eure Seite lesen dürfen, was sie dort vorfinden und wo die Lücken sind. Schreibt uns kurz über das Kontaktformular, was ihr vorhabt. Wir antworten innerhalb von 24 Stunden, persönlich und ohne Vertriebsgespräch.
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