Warum die Website deines Solarunternehmens keine Anfragen bringt

Gut aussehen reicht nicht. Woran Websites von Solar- und Energiebetrieben scheitern und was sie leisten müssen, damit Anfragen kommen. Aus 19 Jahren Praxis.

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Dustin Tatarowicz

Dustin Tatarowicz

Das Muster, das wir immer wieder sehen

Ein Solarunternehmen hat gut zu tun, wächst, und irgendwann kommt der Punkt, an dem die Website nicht mehr passt. Also wird eine neue gebaut. Sie sieht deutlich besser aus als die alte, alle im Team finden sie schön, und an der Zahl der Anfragen ändert sich nichts.

Wir haben in den letzten Jahren einige Websites für Solarteure, Energietechnik-Betriebe und Elektroplaner gebaut. Das Muster ist fast immer dasselbe: Die alte Seite war nicht hässlich. Sie war für den falschen Menschen geschrieben.

Dein Besucher will dich nicht kennenlernen

Die meisten Websites in dieser Branche sind aus der Innenperspektive geschrieben. Sie erzählen, seit wann es die Firma gibt, wie viele Mitarbeiter sie hat und dass Qualität und Zuverlässigkeit an erster Stelle stehen.

Der Mensch, der auf deiner Seite landet, ist in einer anderen Situation. Er hat sich gerade entschieden, dass er eine Photovoltaikanlage will, oder ein Unternehmen sucht, das eine Halle mit 400 kWp ausstattet. Er hat drei Tabs offen, deiner ist einer davon. Er will in ungefähr zwanzig Sekunden zwei Dinge wissen:

  • Macht ihr genau das, was ich brauche?

  • Kann ich euch das zutrauen?

„Seit 1998 Ihr zuverlässiger Partner rund um erneuerbare Energien" beantwortet keine dieser Fragen. Es klingt wie jeder Mitbewerber, und genau deshalb bleibt nichts hängen.

Was in den ersten Sekunden stehen muss

Drei Angaben, direkt oben, ohne Scrollen:

  • Was ihr macht, konkret. Nicht „erneuerbare Energien", sondern „Photovoltaik für Gewerbehallen und landwirtschaftliche Betriebe" oder „PV-Anlagen und Speicher für Einfamilienhäuser im Rheinland".

  • Für wen. Privat oder Gewerbe ist ein gewaltiger Unterschied. Wer beides macht, sollte zwei Wege anbieten statt einen Kompromiss.

  • Wo. Der Radius entscheidet mit. Wer in Aachen sucht und nicht erkennt, ob ihr dorthin fahrt, klickt weiter.

Das klingt banal. Es fehlt trotzdem auf den meisten Seiten, weil es intern selbstverständlich ist, und was intern selbstverständlich ist, schreibt niemand hin.

Privatkunde und Gewerbekunde suchen völlig unterschiedlich

Wer beides bedient, baut fast immer eine Seite, die es beiden recht machen will, und damit keinem.

Der Privatkunde entscheidet emotional und vergleicht wenig. Er will wissen, ob sich das für sein Dach rechnet, wie lange die Montage dauert und wer nach dem Einbau ansprechbar ist. Er sucht nach „Photovoltaik" plus Ort und liest auf dem Handy, abends auf dem Sofa.

Der Gewerbekunde entscheidet in einem Prozess. Da sitzt jemand, der drei Angebote einholen muss und intern begründet, warum es diese Firma wird. Er sucht nach „PV-Anlage Gewerbehalle" oder „Photovoltaik Ausschreibung", liest am Rechner und braucht Dinge, die der Privatkunde nie anschaut: Referenzen in vergleichbarer Größenordnung, Angaben zu Wartung und Gewährleistung, einen Ansprechpartner mit Namen.

Diese beiden Menschen brauchen unterschiedliche Einstiegsseiten mit unterschiedlichen Belegen und unterschiedlichen Anfragewegen. Das ist mehr Arbeit als eine Seite für alle, aber es ist der Unterschied zwischen einer Website, die Anfragen sammelt, und einer, die höflich ignoriert wird.

Der häufigste Fehler: die Website als Broschüre

Viele Seiten sind gebaut wie ein Firmenprospekt. Startseite, Über uns, Leistungen, Referenzen, Kontakt. Alles ordentlich, alles vollständig, und keine einzige Stelle, an der jemand ins Handeln kommt.

Eine Website, die Anfragen bringen soll, ist kein Prospekt, sondern ein Gespräch mit einem festen Ziel. Jede Seite sollte eine Frage beantworten, die jemand tatsächlich stellt, und danach den nächsten Schritt anbieten. Nicht drei gleichwertige Buttons, sondern einen naheliegenden.

Ein guter Test: Nimm eine beliebige Unterseite und frag dich, welche Frage sie beantwortet und was der Besucher danach tun soll. Wenn dir bei mehr als der Hälfte deiner Seiten nichts einfällt, hast du eine Broschüre.

Vertrauen entsteht durch Belege, nicht durch Adjektive

„Zuverlässig", „kompetent", „erfahren" sind keine Argumente, weil sie nichts kosten. Jeder kann sie hinschreiben, also glaubt sie niemand.

Was funktioniert, ist überprüfbar:

  • Echte Projekte mit Zahlen. Anlagengröße, Ort, Zeitraum, Besonderheit. Ein Satz zur Ausgangslage, ein Satz zur Lösung.

  • Gesichter. Wer kommt zur Beratung? Wer steht am Telefon? Bei einer Investition im fünfstelligen Bereich will man wissen, mit wem man es zu tun hat.

  • Zertifikate und Mitgliedschaften, sofern sie im Fachgebiet etwas bedeuten. Ein Fachbetrieb-Nachweis sagt mehr als ein Qualitätsversprechen.

  • Was ihr nicht macht. Wer offen sagt, wofür er nicht der Richtige ist, wirkt in der ganzen restlichen Aussage glaubwürdiger.

Der Kontaktweg ist meistens der Flaschenhals

Häufigster Befund bei den Seiten, die wir übernehmen: Es gibt genau einen Weg zur Anfrage, und der ist ein Formular mit zwölf Pflichtfeldern, darunter Dachneigung und Jahresstromverbrauch.

Diese Angaben braucht ihr, aber nicht am Anfang. Wer noch entscheidet, ob er überhaupt mit euch spricht, holt dafür nicht seine Stromabrechnung. Er bricht ab.

Was in der Praxis besser funktioniert: ein kurzer Einstieg mit zwei oder drei Feldern, eine sichtbare Telefonnummer für die, die lieber reden, und eine ehrliche Angabe, was danach passiert. „Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden" nimmt mehr Hürde weg als jedes weitere Argument.

Was Google inzwischen erwartet

Drei Dinge sind in dieser Branche entscheidend, und keines davon ist Textmenge:

  • Lokale Signale. Für Suchanfragen mit Ortsbezug ist ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil oft wichtiger als die Website selbst. Adresse, Öffnungszeiten und Bewertungen müssen mit dem übereinstimmen, was auf der Seite steht.

  • Ladezeit auf dem Handy. Ein großer Teil der Anfragen kommt mobil, oft unterwegs. Eine Seite, die drei Sekunden braucht, verliert Leute, bevor sie den ersten Satz gelesen haben.

  • Strukturierte Daten. Damit lässt sich einer Suchmaschine maschinenlesbar mitteilen, dass ihr ein lokales Unternehmen seid, welche Leistungen ihr anbietet und welche Fragen ihr beantwortet. Das ist inzwischen auch für KI-Suchsysteme relevant, die Antworten aus Quellen zusammensetzen und dabei bevorzugt auf klar ausgezeichnete Seiten zurückgreifen.

Der Punkt mit den KI-Systemen wird gerade schnell wichtiger. Wer heute fragt „Welche Firma installiert Photovoltaik auf Gewerbehallen im Raum Köln?", bekommt zunehmend eine zusammengefasste Antwort mit zwei, drei genannten Anbietern statt einer Linkliste. In diese Antworten kommt man mit überprüfbaren Fakten auf der eigenen Seite: konkrete Leistungen, konkrete Orte, konkrete Zahlen. Wer nur mit Adjektiven arbeitet, liefert nichts, was ein solches System zitieren könnte.

Was das kostet und wie lange es dauert

Für eine Website in dieser Größenordnung, also mit klarer Struktur, echten Referenzen, funktionierendem Anfrageweg und sauberer Technik, liegt die Spanne erfahrungsgemäß im mittleren vierstelligen Bereich. Nach oben offen, je nachdem wie viel Inhalt neu entstehen muss.

Der größte Zeitfaktor ist selten das Design. Es sind die Inhalte: Projektfotos, Zahlen zu abgeschlossenen Anlagen, ein Text darüber, was euch von den anderen unterscheidet. Wer das vorher sammelt, verkürzt jedes Projekt deutlich.

Fazit

Eine Website für ein Solarunternehmen bringt keine Anfragen, weil sie schön ist. Sie bringt Anfragen, wenn sie in den ersten Sekunden klarmacht, was ihr für wen und wo macht, wenn sie das mit überprüfbaren Belegen unterfüttert und wenn der Weg zur Anfrage kurz genug ist.

Das ist weniger eine Design- als eine Entscheidungsfrage: Wofür steht ihr, und für wen seid ihr nicht der Richtige? Wer das beantworten kann, hat den schwierigen Teil hinter sich.

Habt ihr ein Webprojekt im Kopf?

Wir bauen Websites für Solar-, Energie- und Handwerksbetriebe im gesamten deutschsprachigen Raum. Wenn ihr wissen wollt, woran es bei eurer Seite hakt, schaut euch unsere Projekte an oder schreibt uns kurz über das Kontaktformular. Wir antworten innerhalb von 24 Stunden, persönlich und ohne Vertriebsgespräch.