WCAG.

Kurz erklärt

WCAG steht für Web Content Accessibility Guidelines, die Richtlinien des W3C, die mit prüfbaren Kriterien festlegen, wie Websites für Menschen mit Behinderungen wahrnehmbar, bedienbar und verständlich werden.

Stand 12. Oktober 2026 · Dustin Tatarowicz, marschfahrt

Die WCAG, ausgeschrieben Web Content Accessibility Guidelines, sind die international maßgeblichen Richtlinien für barrierefreie Webinhalte. Herausgeber ist das World Wide Web Consortium (W3C). Laut W3C sollen sie Inhalte unter anderem für Menschen mit Blindheit oder Sehschwäche, Gehörlosigkeit, eingeschränkter Beweglichkeit oder Lern- und kognitiven Einschränkungen besser zugänglich machen. Für deinen Betrieb sind die WCAG der Maßstab, an dem sich Barrierefreiheit konkret prüfen lässt, statt sie nur als gutes Gefühl zu behandeln.

So sind die WCAG aufgebaut

Aktuell ist WCAG 2.2, veröffentlicht am 5. Oktober 2023 und zuletzt am 12. Dezember 2024 aktualisiert. Laut W3C erfüllt eine Website, die WCAG 2.2 einhält, auch WCAG 2.0 und 2.1. Die Fassung vom Oktober 2023 ist zudem als ISO/IEC 40500:2025 eine internationale Norm.

Grundlage sind vier Prinzipien: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust. Darunter stehen 13 Richtlinien mit prüfbaren Erfolgskriterien in drei Stufen, A als niedrigste, dann AA und AAA. Ein Beispiel auf Stufe AA: Normaler Text braucht zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1, großer Text mindestens 3:1. Neu in 2.2 ist unter anderem eine Mindestgröße von 24 mal 24 CSS-Pixeln für Klickziele.

Worauf du als Betrieb achten solltest

Fang beim Kontrast an. In unserem Kölner Handwerks-Website-Report hatten 62,4 % der 734 gemessenen Websites Kontrastfehler. In Projekten sehen wir oft hellgraue Schrift auf Weiß oder weißen Text direkt auf unruhigen Fotos.

Beschreibe Bilder mit Alternativtext. Schon Stufe A verlangt für Nicht-Text-Inhalte eine Textalternative. Screenreader lesen dafür den Alt-Text vor. Im selben Report meldete Lighthouse bei 20,0 % der Seiten Bilder ohne Alt-Text.

Bedien deine Website einmal nur mit der Tastatur. Laut WCAG muss auf Stufe A jede Funktion per Tastatur erreichbar sein. Kommst du mit der Tabulatortaste durch Menü, Kontaktformular und Cookie-Banner, ist viel gewonnen.

Ordne die rechtliche Seite richtig ein. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz verlangt, dass bestimmte Produkte und Dienstleistungen barrierefrei sind. Nach § 4 BFSG wird vermutet, dass die Anforderungen erfüllt sind, wenn harmonisierte Normen eingehalten werden. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, nimmt § 3 Abs. 3 aus. Wen das Gesetz betrifft, erklärt unser Beitrag zur barrierefreien Website nach BFSG.

Häufige Fragen zu WCAG

Muss ich Stufe AAA erreichen? Das W3C rät selbst davon ab, AAA pauschal für ganze Websites zu fordern, weil sich nicht alle AAA-Kriterien für jeden Inhalt erfüllen lassen. Für Stufe AA muss eine Seite laut W3C alle Kriterien der Stufen A und AA erfüllen.

Ist WCAG 2.1 noch aktuell genug? Laut W3C empfiehlt die zuständige Arbeitsgruppe, WCAG 2.2 als Ziel zu übernehmen, auch wenn Vorgaben noch ältere Fassungen nennen. Wer 2.2 erfüllt, erfüllt 2.1 automatisch mit.

Was zählt beim BFSG als Kleinstunternehmen? Laut § 2 BFSG ein Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme. Eine Rechtsberatung ersetzt diese Einordnung nicht.

Wo deine Website heute steht, zeigt dir der BFSG-Check mit einer automatischen Messung auf Handy und Desktop.

Können alle Besucher deine Website lesen und bedienen? Der BFSG-Check prüft deine Seite automatisch auf Handy und Desktop und zeigt dir gefundene Barrieren.

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